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Nach knapp einem Jahr ist es vermutlich Zeit, wieder einmal über Neuigkeiten zu berichten. Die Ups und Downs der Pandemie, monatelange Umbauarbeiten am Arbeitsplatz, die das Arbeiten z.T. unmöglich machten, und ein erst kürzlich abgeschlossener Umzug in ein anderes Büro haben das vergangene Jahr nicht langweilig werden lassen. Alles in allem sind es aber doch vor allem gute Nachrichten, die wir aus der Projektarbeit berichten können.

Eines der wichtigsten Ereignisse der jüngsten Vergangenheit war die Bewilligung des nächsten Moduls der New Senfl Edition durch den FWF im Herbst 2021 (FWF P 35141). Mit der Finanzierung dieses Moduls kann nach Abschluss der Edition der Motetten, der Magnificat-Vertonungen und der Messen nun auch Senfls Kernrepertoire, die Proprienvertonungen, in Angriff genommen werden. Das ambitionierte Projekt, das am 1. März 2022 mit einem neuen Mitarbeiterteam seine Arbeit aufgenommen hat (dazu an anderer Stelle mehr) und in drei Bänden die rund 250 mehrstimmigen Proprien des Temporale, des Sanctorale sowie das Officium in einer wissenschaftlich-kritischen Ausgabe vorlegen wird, dauert voraussichtlich bis 28. Februar 2025.

Vor allem aber ist zu berichten, dass endlich auch die ersten beiden Bände der Edition im Druck erschienen sind und das gesamte erhaltene Korpus der 55 vierstimmigen Motetten erstmals in seiner Vollständigkeit präsentiert werden kann. Die systematische Edition der Edition der Motetten, die auf neuester Forschung beruht und nach Stimmenzahl und Alphabet gegliedert ist, zeigt einerseits die große textliche wie kompositorische Bandbreite, innerhalb derer sich Senfl bewegte, lässt andererseits aber auch erkennen, wie sehr Ludwig Senfl die internationalen musikalischen Trends verinnerlichte und auf innovative Weise weiterentwickelte.

Die Bände enthalten neben zahlreichen bislang unbekannten Werken auch viele Kompositionen, die der Forschung bereits seit längerem ein Begriff sind, darunter der innovative Motettenzyklus der Quinque Salutationes, Psalmvertonungen wie Ecce quam bonum oder Nisi Dominus (in seiner vierstimmigen Originalfassung), das berühmte Non moriar sed vivam, das Senfl 1530 zur Tröstung an Martin Luther gesandt hatte, aber auch drei Salve-Vertonungen (einschließlich einer christologischen Adaptierung), ein mehrtextiges Regina caeli, wie auch nahezu sämtliche humanistischen Motetten Senfls (Quid vitam sine teSum tuus in vita (i), Tristia fata boni).

Dank der Finanzierung der Drucklegung durch den FWF und der Unterstützung des Hollitzer Verlages können beide Bände unter NSE 1 und NSE 2 kostenfrei heruntergeladen werden. Darüber hinaus bieten wir aber auch die Möglichkeit, die Einzelwerke zusammen mit ihren Kritischen Berichten entweder auf unserer Webseite einzusehen, oder ebenfalls individuell als PDF zu speichern.

Und schließlich ist noch zu erwähnen, dass dank unserer Mitarbeiterin Nora Parlow auf der Senfl-Webseite nun auch eine umfassende und weitgehend vollständige Senfl-Discographie zu finden ist.

Wir wünschen allen Interessierten viel Spaß beim analogen und digitalen Stöbern.

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